Vespa World Days London 14.6. – 17.6.

Cordelia und Gerd brachen dieses Jahr erstmalig mit einem verladenen Roller zu den
Vespa World Days nach London auf.
Da der Veranstaltungsort kurzfristig verlegt wurde hat die Vespa also beim Pendeln
zwischen dem Hotel in der Nähe des ursprünglich geplanten Veranstaltungsortes und der
O2-Arena im Linksverkehr die meisten Kilometer erlebt. Mangels Navi und Dank nur
knapp notierter Stichworte von google-maps führten die meisten Roller-Fahrten durch
wunderschöne Straßen von Leyton und Stratford. Ohne Stress hat Gerd am ersten Tag
beim Verfahren einfach die wechselnden Eindrücke genossen (asiatische Straße,
italienische Straße, jüdische Straße, …), während Cordelia mit der
U-Bahn zu einigen Besichtigungen und Einkäufen in die Stadt aufbrach.

Es stellte sich heraus, dass auch keine Eile nötig war. Leider versank die kurzfristig
verlegte Veranstaltung ein wenig im Chaos. Jeder musste sich persönlich sein Bändchen
um den Arm machen lassen – nur war noch nicht einmal zu erkennen, dass es Schlangen
gab, die nach Sprachen geordnet sein sollten. Entsprechend sank die Laune einiger
Clubs, die sich mehrfach an das riesige Knäuel anstellen, und auf Kollegen warten
mussten, die im entscheidenden Moment zum Klo (oder wo immer) waren. Der eigentliche
Treffen-Bereich und die Stände zum Abholen der Willkommen-Pakete, waren wohl den
ganzen ersten Tag nicht zugänglich. Gerd hörte sich von einigen Engländern aus der Nähe
von London noch interessante Flüche an (so much money for a lot of walking and sitting
on a shitty parking place) und fuhr dann auch in die Stadt.

Am Freitag fand wohl wieder kein Ausflug statt. Immerhin konnte man sich, wenn man
endlich sein Bändchen hatte (sorry and thank you for queuing), die Oldtimer und die
Verkaufsstände ansehen und für die Willkommens-Tüte anstehen. Cordelia und Gerd
warteten längere Zeit in der Hoffnung, dass die vorbestellte T-Shirt-Größe wieder
eintreffen würde. Nach einem kräftigen Schauer, verließen sie aber doch noch mal für
längere Zeit das Zelt. Irgendwann beim Rückweg war zwar noch immer kein XXL
aufgetaucht, aber man sagte ihnen, alles sei sehr groß ausgefallen und bot von den
zwischendurch aufgetauchten XL an. Vermutlich waren die von Leuten zurückgegeben,
die dann lieber M wollten, aber leider beim Anprobieren das eine oder andere Teilchen aus
der Tüte verloren hatten. Das wäre eine Erklärung, warum die Tüten so unterschiedlich
befüllt waren. Die Reaktionen der Vorbesteller von Größe S, die am Ende nur noch die
zuletzt gelieferten XXL bekommen konnten, sind nicht überliefert.

Am Sonnabend konnte Gerd mit außergewöhnlich gut organisierten Belgiern fast pünktlich
zum Corso erscheinen (der Erste mit Navi und Funk, der Letzte mit Funk – wenn z. B. eine
Ampel rot war, wurde gewartet). Allerdings hatte auf dem Parkplatz noch niemand etwas
Konkretes gehört. Das Gerücht mit der längsten Strecke lautete auf 80 km. Irgendwann
ging es los. Ohne Absperrung durch Polizei wurde(n) die Gruppe(n) mehrfach an Ampeln
oder Kreiseln zerteilt. Es fanden sich aber erstaunlicher Weise immer wieder größere
Gruppen zusammen. Polizei tauchte nur auf, als Rollerfahrer eigenmächtig einen Kreisel
abgesperrt hatten und nach einer Weile, als in einem kleinen Ort bei einer
(beabsichtigten?) Rast die Hauptstraße blockiert war. Immerhin gab es noch schöne
Formationsflüge und bunte, rot-weiß-blaue Streifen im Himmel. Ein französischer
Nebenmann meinte, „c’est pour nous“ – und Gerd fragte sich, woher er Schleswig
Holsteins Farben kenne. Das Abendessen war gut und der Service flott. Bier und Wein
musste außerhalb direkt an der Bar getrunken werden, was vielen missfiel. Es fehlte etwas
Rahmenprogramm. Gar keine Ansprache war dann doch ungewohnt wenig. Vielleicht ging
es ja auch erst noch richtig los, als sehr viele bereits auf dem Weg zur U-Bahn waren.

Vermutlich war der Zeitpunkt für ein Treffen in London nicht optimal. Überall wurde für
Olympia noch eifrig gebaut, oder das Diamanten-Jubiläum der Queen gefeiert.
Gut, wenn es einem nicht nur um ein Treffen sondern einfach auch um Urlaub geht.

Text: GP